KURSNET – So wirst du als Bildungsträger gefunden und bekommst tatsächlich Anfragen

KURSNET ist die zentrale Weiterbildungsplattform der Bundesagentur für Arbeit.
Hier suchen Arbeitsvermittler gezielt nach passenden Maßnahmen für ihre Teilnehmer. Deswegen ist es wichtig, dass deine Maßnahme hier gelistet ist. Wenn du nicht sichtbar bist, wirst du in der Praxis kaum berücksichtigt, egal wie gut das Angebot ist.
Für viele Bildungsträger ist KURSNET deshalb einer der wichtigsten Kanäle, um geförderte Teilnehmer zu gewinnen. Die Plattform bündelt Angebote aus ganz Deutschland und gehört zu den größten Zugängen zum geförderten Weiterbildungsmarkt.


Was viele unterschätzen

Eine Maßnahme einfach einzutragen, reicht nicht aus. Die Plattform folgt klaren Vorgaben, von der Darstellung deiner Maßnahme bis hin zu formalen Anforderungen. Diese werden im offiziellen Redaktionshandbuch der Bundesagentur festgelegt und regelmäßig aktualisiert.
Dazu gehören unter anderem:

  • wie Inhalte beschrieben werden müssen
  • welche Angaben verpflichtend sind
  • welche Qualitätskriterien erfüllt sein müssen
  • wann Maßnahmen abgelehnt oder entfernt werden

Wer diese Regeln nicht umsetzt, wird schlechter gefunden oder gar nicht gelistet.


Aufnahme in KURSNET

Bevor deine Maßnahme überhaupt in KURSNET erscheint, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Alle Kriterien müssen gleichzeitig erfüllt sein. Wenn auch nur eines fehlt, wird dein Angebot nicht veröffentlicht.

Die drei entscheidenden Voraussetzungen

  1. Klare Ausrichtung auf den Arbeitsmarkt
    Deine Maßnahme muss einen erkennbaren beruflichen Bezug haben. Die Inhalte müssen darauf abzielen, berufliche Fähigkeiten zu entwickeln oder zu erweitern. Fachliche Weiterbildungen, Sprachkurse mit beruflichem Fokus, Führungskräftetrainings oder Umschulungen passen. Reine Hobbyangebote, Kurse ohne Arbeitsmarktbezug oder Veranstaltungen ohne berufliche Zielsetzung werden nicht aufgenommen
  1. Offener Zugang zur Maßnahme
    Dein Angebot muss grundsätzlich frei zugänglich sein. Interessierte müssen sich unabhängig von einer Zugehörigkeit anmelden können. Interne Firmenschulungen oder Angebote nur für geschlossene Gruppen sind nicht zulässig. Ausnahme: Maßnahmen im Rahmen von AVGS können gezielt auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet sein und sind von dieser Regel ausgenommen.
  1. Mindestumfang der Maßnahme
    Dein Angebot muss mindestens 4 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten oder mindestens 3 Zeitstunden à 60 Minuten umfassen. Kürzere Formate wie einzelne Vorträge, Infoveranstaltungen oder kurze Webinare werden in der Regel nicht aufgenommen.
  1. Neue Ausschlusskriterien (seit 2025) – besonders wichtig für Online-Angebote
    Mit den aktuellen Anpassungen der Vorgaben hat sich vor allem für digitale Maßnahmen etwas Grundlegendes geändert. Wenn deine Maßnahme überwiegend aus aufgezeichneten Inhalten besteht (also z. B.: Lernvideos und E-Learning-Module), fehlt aus Sicht der KURSNET-Redaktion der sogenannte „Kurscharakter“.
    Teilnehmer müssen die Möglichkeit haben, direkt und zeitnah mit einem Dozenten oder Ansprechpartner zu interagieren. Ein reiner Support über Foren, E-Mail oder Hotlines ohne direkten Austausch reicht nicht aus. Es braucht synchronen Kontakt – durch Live-Calls, feste Sprechzeiten oder direkte Betreuung in Echtzeit. Ohne diese Elemente wird dein Angebot in der Regel nicht aufgenommen.

Unabhängig vom Format gibt es außerdem Angebote, die grundsätzlich nicht in KURSNET erscheinen: duale Berufsausbildungen, reine Video- oder Audioinhalte ohne Kursstruktur, Praktika ohne begleitende Maßnahme, reine Prüfungsangebote sowie Inhalte, die rechtlich oder ethisch problematisch sind.

Praxis-Tipp

Gerade bei digitalen oder hybriden Formaten entscheidet die Darstellung. Beschreibe deine synchronen Elemente so konkret wie möglich:

  • Wann sind Dozenten erreichbar?
  • Über welchen Kanal findet der Austausch statt?
  • Wie schnell erfolgt eine Rückmeldung?

Je klarer du das formulierst, desto geringer ist das Risiko, dass dein Angebot abgelehnt wird.


Registrierung bei KURSNET: So läuft es ab

Bevor du deine Maßnahmen einstellen kannst, musst du dich einmalig bei KURSNET registrieren. Pro Unternehmen ist nur ein Account erlaubt. Wenn mehrere Accounts benötigt werden, muss das vorher mit der KURSNET-Redaktion abgestimmt werden.
Die Einrichtung erfolgt in mehreren Schritten und ist grundsätzlich selbsterklärend. Ein paar Punkte sind aber entscheidend:

  1. Nutzungsbedingungen bestätigen
    Zu Beginn bestätigst du die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung. Außerdem legst du fest, ob auf deinem Profil später Bewertungen angezeigt werden sollen.
  1. Hauptverantwortliche Person festlegen
    Diese Rolle ist wichtig. Die hauptverantwortliche Person hat die höchsten Rechte im System – sie kann weitere Benutzer anlegen, Einstellungen ändern und fungiert als Ansprechpartner für KURSNET.
  2. Zugangsdaten erstellen
    Du legst deine Login-Daten fest und erhältst damit Zugriff auf das System.
  3. Unternehmensdaten eintragen
    Jetzt folgen die Angaben zu deinem Unternehmen:
  • Firmenname
  • Adresse
  • Kontaktdaten
  • Organisationsform
    Achte darauf, dass diese Daten korrekt und vollständig sind. Sie werden später sichtbar.
  1. AZAV-Nachweis (bei geförderten Maßnahmen)
    Wenn du AVGS- oder andere geförderte Maßnahmen anbieten möchtest, musst du an dieser Stelle dein Trägerzertifikat hochladen. Zusätzlich wählst du die entsprechenden Fachbereiche aus. Ohne diesen Nachweis kannst du keine förderfähigen Maßnahmen veröffentlichen.
  2. Eingabeverfahren wählen
    Zum Abschluss entscheidest du, wie du deine Maßnahmen später einpflegen möchtest (z. B. manuell oder über Schnittstellen).

Aktivierung per Post

Nach der Registrierung ist dein Account noch nicht sofort aktiv. Du erhältst eine PIN per Post an deine Geschäftsadresse. Erst mit dieser PIN kannst du deinen Zugang vollständig freischalten. Der Versand dauert in der Regel 3 bis 5 Werktage. Postfächer oder private Adressen werden nicht akzeptiert. Erst mit dieser PIN kannst du deinen Zugang vollständig freischalten.

Wichtige Systemgrenze

Ein KURSNET-Account ist technisch begrenzt: Maximal 50.000 Veranstaltungstermine pro Account Wenn dieses Limit erreicht wird, brauchst du eine Abstimmung mit der KURSNET-Redaktion unter KURSNET@arbeitsagentur.de, um einen weiteren Account zu erhalten.

Benutzerrollen in KURSNET

FunktionHauptverantwortlicher BearbeiterBearbeiter
Angebote und Termine anlegen
Bildungsanbieterdaten bearbeiten
Weitere Bearbeiter anlegen
Eingabeverfahren ändern
Ansprechpartner verwalten


Die drei Eingabeverfahren in KURSNET

Deine Maßnahmen kannst du auf drei verschiedenen Wegen in KURSNET einpflegen. Welcher sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, wie viele Angebote du hast und wie oft du sie aktualisierst.

  1. Online-Eingabe – der Standard für die meisten Träger
    Für die meisten Bildungsträger ist das der einfachste und sinnvollste Weg. Du arbeitest direkt im KURSNET-System und wirst Schritt für Schritt durch die Eingabe geführt. Pflichtfelder werden angezeigt und Hilfetexte unterstützen bei der Formulierung.
    Du brauchst keine technischen Kenntnisse und kannst sofort loslegen.
    Wenn du ein überschaubares Angebot hast oder gerade erst startest, ist das die beste Wahl.
  2. XML-Upload – für große Anbieter mit vielen Maßnahmen
    Wenn du viele Angebote hast und diese regelmäßig aktualisierst, lohnt sich ein automatisierter Ansatz. Beim XML-Upload werden deine Daten direkt aus deinem eigenen System in KURSNET übertragen. Das spart Zeit bei großen Datenmengen und lässt sich in bestehende Systeme integrieren. Allerdings brauchst du technisches Know-how und eine eigene IT-Struktur – Support durch die KURSNET-Redaktion gibt es dabei nicht.
  3. Redaktionelle Erfassung – Sonderfall für bestimmte Angebote
    In einigen Fällen übernimmt die KURSNET-Redaktion selbst die Eingabe deiner Maßnahmen. Das betrifft vor allem gesetzlich geregelte Angebote wie schulische Ausbildungen, Umschulungen nach BBiG oder HwO, Aufstiegsfortbildungen (z. B. Meister, Fachwirt), Techniker-Weiterbildungen und Studiengänge. Nicht enthalten sind zum Beispiel Führerscheine oder Sachkundeprüfungen. Die Beauftragung erfolgt direkt über die KURSNET-Redaktion per Mail oder postalisch.

Welche Variante solltest du wählen?

In den meisten Fällen ist die Antwort klar:

  • Einsteiger & kleine Träger → Online-Eingabe
  • große Anbieter mit Systemen → XML-Upload
  • gesetzlich geregelte Angebote → Redaktion


Qualitätssicherung in KURSNET

Wenn du Maßnahmen in KURSNET einstellst, trägst du die volle Verantwortung für die Inhalte. Die Bundesagentur stellt nur die Plattform, für die Richtigkeit deiner Angaben bist allein du verantwortlich.

Die Qualitätssicherung läuft in zwei Stufen. Sobald du deine Maßnahme eingibst, prüft das System automatisch, ob alle Pflichtfelder ausgefüllt sind, ob die Angaben logisch und vollständig sind und ob das Format korrekt ist. Fehler werden direkt angezeigt und können sofort korrigiert werden.
Zusätzlich prüft die KURSNET-Redaktion stichprobenartig Inhalte. Dabei kann jederzeit verlangt werden, dass du deine Angaben belegst. Typische Nachweise sind Gewerbeanmeldung, Nachweise zu Räumlichkeiten, das Trägerzertifikat, Qualifikationen deiner Dozenten sowie Lehrpläne und Inhalte deiner Maßnahme. Diese Nachweise musst du vollständig und fristgerecht liefern.

Was passiert, wenn etwas fehlt? Einzelne Maßnahmen können gesperrt werden, bei wiederholten Problemen kann dein Account deaktiviert werden. Das passiert schneller, als viele denken, vor allem bei unvollständigen Angaben.
Der Bearbeitungsassistent im System zeigt dir jederzeit, welche Schritte erledigt sind und wo noch etwas fehlt. Du kannst jederzeit zurückgehen und Inhalte verbessern.


So wirst du in KURSNET gefunden und bekommst tatsächlich Anfragen


Ein Eintrag in KURSNET allein bringt dir noch keine Teilnehmer. Entscheidend ist, ob deine Maßnahme gefunden wird und ob sie überzeugt. Dabei gibt es zwei Hebel, die oft unterschätzt werden.

  1. Auffindbarkeit – wirst du überhaupt gesehen?
    KURSNET funktioniert wie eine Suchmaschine. Wenn du nicht aufgebaut bist, tauchst du schlicht nicht auf. Setze auf eine klare und verständliche Bezeichnung deiner Maßnahme, vollständig ausgefüllte Felder – nicht nur die Pflichtangaben –, eine ausführliche Zielgruppenbeschreibung und die richtige Kategorisierung.
    KURSNET durchsucht alle Inhalte, nicht nur den Titel. Wenn du nur eine Schreibweise oder einen Begriff verwendest, verschenkst du Reichweite. Nutze gezielt Synonyme, Fachbegriffe, gängige Abkürzungen und unterschiedliche Schreibweisen. So erscheinst du bei deutlich mehr Suchanfragen.
  2. Überzeugungskraft – entscheidet jemand sich für dich?
    Gefunden zu werden ist nur der erste Schritt. Danach muss deine Maßnahme auch überzeugen. Was hier den Unterschied macht: klare, verständliche Lernziele, ein sichtbarer Praxisbezug, konkrete Ergebnisse für Teilnehmer und nachvollziehbare Perspektiven nach der Maßnahme. Die Frage, die sich ein Arbeitsvermittler stellt, ist immer: Warum genau diese Maßnahme und nicht eine andere?

Selbst gute Angebote scheitern oft an Kleinigkeiten beim Kontakt. Mach es so einfach wie möglich, dich zu erreichen: mehrere Kontaktmöglichkeiten anbieten, klare Ansprechpartner benennen, schnelle Erreichbarkeit signalisieren. Je einfacher der Kontakt, desto höher die Wahrscheinlichkeit für Anfragen.

Über den Autor
David Pfeil
Gründer und Geschäftsführer

David Pfeil begleitet seit rund 15 Jahren Organisationen beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung von Managementsystemen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Bildungsmarkt, vor allem bei AZAV Themen.

Er unterstützt Bildungsträger bei der Trägerzulassung und Maßnahmenzulassung, bei der Vorbereitung auf Überwachungs und Rezertifizierungsaudits sowie bei Erweiterungen, etwa bei Standorten und Fachbereichen. 

Als Leadauditor und Dozent arbeitet er nah an den Anforderungen aus Normen und Regelwerken und übersetzt sie in praktische Lösungen für den Alltag von Bildungsträgern.

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